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Am 27. Oktober 2021 feiert das „Haydnkons“ den 50. Geburtstag. Noch in diesem Jahr wird der Antrag auf Akkreditierung zur Privathochschule mit Schwerpunkt „Haydn & Liszt Research“ gestellt.

284 Studierende aus 33 verschiedenen Nationen belegen das internationale Renommee des Joseph Haydn Konservatoriums. Nun setzt die Burgenländische Landesregierung den nächsten Schritt – der Akkreditierungsantrag für die Überführung in eine Hochschule soll im heurigen Jahr, in dem das Konservatorium 50jähriges Bestandsjubiläum feiert, gestellt werden. Die Aufwertung ermöglicht künftig Abschlüsse mit einem akademischen Grad nach Bologna-Kriterien. Voraussetzung dafür war zunächst die Ausgliederung aus der Landesverwaltung und die Eingliederung als GmbH in die Burgenländische Landesholding mit Franz Steindl als Geschäftsführer. Als Ziel für den Start des Hochschulbetriebs gaben Bildungslandesrätin Daniela Winkler und Direktor Tibor Nemeth heute, Mittwoch,  das Wintersemester 2022 bekannt. Zum Gründungstag des Joseph Haydn Konservatoriums am 27. Oktober wird es im Zuge der 100-Jahrfeier des Burgenlandes eine eigene Festveranstaltung geben.

„Mit der Weiterentwicklung des Joseph Haydn Konservatoriums zu einer Privathochschule und dem Schwerpunkt ‚Haydn & Liszt Research‘ eröffnet sich für das Burgenland eine Riesenchance, den Bildungsstandort Burgenland im tertiärem Bildungsbereich auszubauen und mit Joseph Haydn ein starkes Branding für unser Bundesland zu erreichen“, ist Winkler überzeugt. Derzeit könne das Konservatorium selbst keine Bachelor- oder Masterstudien anbieten. „Deshalb hat die Burgenländische Landesregierung entschieden, das Konservatorium aus der Landesverwaltung aus- und als GmbH in die Burgenländische Landesholding einzugliedern“. Zum Geschäftsführer wurde Franz Steindl bestellt.

Eisenstadt prädestiniert als internationales Zentrum der Haydnforschung
In die Vorbereitungsarbeiten unter Federführung von Direktor Tibor Nemeth und Franz Steindl und unter Begleitung vieler Experten sind auch die Lehrenden und Studierendenvertreter miteingebunden. Die künftige Joseph Haydn Privathochschule (JHP) sei „nicht zuletzt durch den Standort in Eisenstadt prädestiniert, ein internationales Zentrum der Haydnforschung zu werden“, erklärte Winkler.

Akkreditierung ist ein langer, fordernder Weg
Ein fünfköpfiger Aufsichtsrat begleitet das Konservatorium. Diesem steht FH-GF Georg Pehm, selbst Absolvent eines Lehrgangs am Haydn-Kons, vor. Er soll seine hochschulischen Management-Erfahrungen im Akkreditierungsprozess einbringen. Aus mehreren erfolgreichen Genehmigungs-Prozessen an der FH Burgenland wisse er, „dass die Akkreditierung zur Privathochschule ein langer und äußerst fordernder Weg ist“. 15.000 Seiten seien zu textieren gewesen, „diese müssen nun zur Akkreditierung vorgelegt werden; in der Folge werden fünf internationale Gutachter unter anderem auch Vorort-Prüfungen vornehmen“, erläuterte Geschäftsführer Steindl die weiteren Schritte.

Zwei Bachelor- und zwei Masterstudien werden an der Hochschule angeboten
Zwei Bachelorlehrgänge mit den Abschlüssen „BA in künstlerischen Studien“ und „BA in künstlerisch-pädagogischen Studien“ sowie zwei Masterstudien mit den Abschlüssen „MA in künstlerischen Studien“ und „MA in künstlerisch-pädagogischen Studien“ werden an der künftigen Hochschule angeboten. Für das Studium ist eine erfolgreich absolvierte Zulassungsprüfung Voraussetzung. Beide Studiengänge schließen nach acht Semestern mit dem Bachelor of Arts ab und stellen eine vollständige Berufsqualifikation dar. In weiteren vier Semestern kann ein Master of Arts erlangt werden. Weiter festhalten wolle man in den nächsten Jahren an der Gesamtzahl der Studienplätze von rund 285. „Die persönliche Atmosphäre und die individuelle Betreuung sind unser Alleinstellungsmerkmal. Das wollen wir auch künftig beibehalten“, verspricht Nemeth.

6-jähriger Businessplan ist Basis für Fördervertrag mit dem Land
Erweitert werden müsse hingegen die Anzahl des Lehrpersonals, das um sieben Vollzeitäquivalente und drei wissenschaftliche Mitarbeiter aufgestockt werden soll. Der genaue „Fahrplan“ für die nächsten Jahre wurde in einem 6-jährigen Businessplan festgelegt; auf diesem baut der Fördervertrag und letztlich die Finanzierung durch das Land auf.

Neue Curricula, Forschung und internationale Kooperationen
Außer Zweifel stehe schon jetzt die akademische Qualität der Einrichtung: Die Lehrenden sind als MusikerInnen, KomponistInnen und PädagogInnen international erfolgreich tätig, sei es als SolistInnen, in Kammermusikensembles oder in namhaften Orchestern und Institutionen. In den letzten Monaten neu entwickelte Curricula, wie sie vom neuen Hochschulgesetz gefordert werden, entsprächen einem zeitgemäßen Studium auf internationalem Niveau. In Form des „Artistic research“ soll die Forschung implementiert werden – auch das ist eine der Voraussetzungen für den Status einer Hochschule. Darüber hinaus eröffne der Hochschulstatus neue Möglichkeiten für regionale und internationale Kooperationen.