Auf einem Internationalen Treffen lernten sich vor einigen Jahren die Blockflötistinnen Drora Bruck (Tel Aviv Conservatory / Israel) und Regina Himmelbauer (Joseph Haydn Konservatorium) kennen. Nachdem sich in den fachlichen Diskussionen zahlreiche Anknüpfungspunkte ergeben hatten, begann eine für beide Seite fruchtbare Zusammenarbeit in gemeinsamen Workshops und Konzerten. COVID-19-bedingt hat sich in den letzten Monaten die Zusammenarbeit ins Internet verlegt. Begonnen wurde mit einem Kurs über das Blockflötenrepertoire in der Antike und im Mittelalter. Im Sommersemester wird, beginnend mit 18.2.2021, der Kurs fortgesetzt. Es stehen dabei zunächst die Improvisationstechniken des 16. Jahrhunderts im Mittelpunkt: Das freie Spiel über Tanzbässe wie Bergamasca, Passazmezzo, Ciaconna oder Romanesca (über die auch z.B. das berühmte Greensleeves entstanden ist), weiters die Diminution, also „Verkleinerung“ und Verzierung über die „Hits“ der damaligen Zeit (quasi „Coverversionen“) und – als anspruchvollste Form – das Improvisieren polyphoner Texturen. Diese Kenntnisse sind Voraussetzungen für das Verständnis der Musik van Eycks, eines blinden holländischen Komponisten des 17. Jahrhunderts, der aber stilistisch ganz mit diesen für seine zeit „altmodischen“ Techniken verbunden ist.
Als externe Referenten konnten der Blockflötenbauer Adrian Brown (England, Niederlande) gewonnen werden, der akribisch die Renaissanceblockflöten der Sammlung alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums Wien vermessen hat (- als Band 3 der Sammlungskataloge erschienen), sowie Jostein Gundersen (Norwegen), der Teile des Improvisationsworkshops halten wird.
Neben den Studierenden von Drora Bruck und Regina Himmelbauer gibt es auch Anmeldungen bis hin in die USA und Kanada. Der Online-Kurs soll die nächsten Jahre ausgebaut werden bis hin zur Blockflöte in der aktuellen Popmusik.